Sonntag, 18. Juli 2010
Kommt vorbei
ab 18h mit Musik und EUCH
bis gleich
euer freiraum
Eingestellt von freraum2010 um 00:38
Eingestellt von freraum2010 um 06:48
Lieber VGTdesDGB, lieber DGB und liebe Mitlesende!
Wir haben das ehemalige DGB-Gebäude an der Schützenbahn besetzt und machen im ehemaligen Verdi-Service Center ab jetzt täglich ab 18h Kunst- & Kulturveranstaltungen. Die Ausstellung ist aufgebaut, die Musiker sind da und wir hoffen aufs Beste. Im Anhang finden sie unsere Konzepte für unserer erträumtes Kunsthaus.
Wir hatten gestern schon einen wunderschönen Tag in Ihrem Gebäude und viele Gäste und Interessierte haben uns besucht. Wir hoffen auch den ein oder anderen von Ihnen heute bei uns, bzw. bei sich, empfangen zu können. Ab 13h sind alle Ansprechpartner vor Ort...
Im Anhang finden sie ein paar Fotos von heute, 17.7.2010 und unsere schriftlichen Veröffentlichungen.
Zur Vorgeschichte:
Wir sind eine Gruppe von Kunstschaffenden aus Essen und dem ganzen Ruhrgebiet. Atelierflächen und Ausstellungsräume zu bekommen ist gerade für den Nachwuchs schwer. "Kreativ-Wirtschaftler" können ihr Geld verdienen, indem sie Kunst-Werke verkaufen. Uns geht es aber darum, dass Mensch Kunst machen können ohne Verwertungsdruck.
Während in Essen der Jugendarbeit, den Jugendzentren, den Proberäumen, den Atelierräumen und sonst so vielem das Licht ausgeht, würden wir gerne eines anmachen!
Es ergab sich, dass die Tür zum DGB Haus offen stand. Nicht sprichwörtlich, sondern wirklich. Die Haupteingangstür war auf und oben auf einem Tisch lagen aufgereiht alle Schlüssel. Nachdem wir durch die Vordertür rein sind, haben wir jetzt von innen abgeschlossen.
Vor einem halben Jahr hatten wir bei Ihnen (VGTdesDGB) angefragt, die Immobilie im Rahmen einer Zwischennutzung nutzen zu können. Uns wurde telefonisch mitgeteilt, dass solch eine Nutzung nicht interessant wäre und das Objekt vermietet werden solle. Dies ist 6 Monate her...
Diese Besetzung ist nicht symbolisch gemeint: das DGB Haus ist aus zahllosen Gründen der ideale Ort für freie Kunst und Kulturarbeit. Wir bitten Sie uns über ihre Überlegungen zu informieren und würden uns freuen den Dialog mit Ihnen aufnehmen zu können!
Wir hoffen auf Ihr Verständnis für unsere Aktion
freiraum2010 team
V.i.S.d.P. J.Hendricksen
tel.:017622625851
freiraum@gmx.net
freiraum2010.de
Hey!
Super Aktion! Das freut mich und ich werde heute abend auf jeden Fall mal vorbeischauen.
Cheerio,
M.
Isabella Shu hat gesagt…
Kommentar zum artikel "Hausbesetzung dgb stellt Künstlergruppe ultimatum" von www.derwesten.de :)
Herrlich wie heutzutage noch Demokratie funktioniert, wo das Gespräch gesucht wird um im Diskurs neue Lösungen sich entwickeln!
Schade das der DGB einerseits sich um kulturelle Vielfallt bemühe möchte, (http://www.dgb.de/uber-uns/unsere-zukunft/anforderungen-an-die-gesellschaft) andererseits die kleinen Möglichkeiten zur Veränderung nicht nutzt. Zitat:
3. Kulturelle Vielfalt und demokratische Medien fördern
Demokratie lebt von kultureller Vielfalt sowie von der Möglichkeit, selbstbestimmt Entscheidungen zu treffen. Kulturelle Angebote wahrzunehmen und sich aktiv dem Lebensumfeld zu widmen sind Voraussetzungen, die menschlichen Bedürfnisse und Fähigkeiten zu entwickeln. Nur so ist es möglich, kreative Potentiale zu entfalten und das Leben phantasievoll zu gestalten. Das gilt auch für die Arbeitswelt.
Investitionen in die Künste und Kultur sind für eine demokratische Gesellschaft unverzichtbar. Die künstlerische Freiheit muß dabei gewahrt bleiben. Die öffentliche Kulturförderung muß ein vielfältiges kulturelles Angebot ermöglichen. Kulturelle Lebensqualität darf nicht das Privileg allein von Wohlhabenden und Bildungseliten sein.
#8 von Basilius S. , am 20.07.2010 um 10:25
Hab Eure Aktion auch mal durch einen Beitrag bei uns im Blog kommentiert. Wir wünschen Euch viel Erfolg.
www.goodboysinaction.com/blog
Zu bemerken wäre das der Brandschutz früher genausogut lief wir jetzt.
Die Initiative Freiraum2010 hat das DGB-Gebäude in Essen verlassen, um Verhandlungen zu ermöglichen.
Die Räumung war die Bedingung des VTG des DGB, um in Verhandlungen zu treten.
Noch bei der Gebäude-Abnahme, bei der keine Beschädigung festgestellt werden konnte, wurde uns vom Eigentümer folgendes zugesichert:
- Die Brandschutzlage im Gebäude wird erneut überprüft, insbesondere in dem Gebäudeteil, den wir besetzt hielten (ehemalige Verdi-Büros, Seitenflügel).
- Es wird uns ein Angebot zur möglichen Nutzung unterbreitet.
Da ein baugleiches Ladenlokal neben dem von uns als Galerie genutzten Gebäudeteils vermietet ist und im Gespräch vor Ort der Eigentümer zu den spezifischen Brandschutzmängeln in diesem Gebäudeteil keine Angaben machen konnte, stellen wir die Argumentation des Eigentümers teilweise in Frage. Das "Brandschutz-Argument" bezog sich auf eine Nutzung des gesamten Komplexes. Dass eine solche Nutzung zu keinem Zeitpunkt gegeben war, ist aus den dem Eigentümer kommunizierten Verlautbarungen ersichtlich. Das nährt den Verdacht, dass der Eigentümer unsere Verlautbarungen und Gesprächsangebote überhaupt nicht oder nicht richtig zur Kenntnis genommen hatte, bevor er die Räumungsklage veranlasste. Dies erklärt auch den verängstigten Auftritt des VTG Vertreters vor Ort. Hinter seinen Anwalt versteckt, ließ es diesen den juristischen Text verlesen. Wir betonen erneut, dass wir dieses Verhalten angesichts der Situation vor Ort sehr bedauern.
Der Eigentümer hat nicht zur Kenntnis genommen, dass wir keine klassische Besetzung durchführten, sondern in einem unverschlossen vorgefundenen Gebäude eine Galerie mit Musikbühne und Atelierräume eröffneten. Die Räume waren zu keinem Zeitpunkt nur besetzt, sondern sie wurden durchgehend genutzt. Durch Erstattung von Räumungsklage hat der Eigentümer de facto eine Galerie mit Musikbühne und 5 Atelierräume geschlossen.
Wir sind sehr froh, dass es uns gelungen ist eine öffentliche Diskussion über nicht-vorhandene Freiräume für KünstlerInnen im Ruhrgebiet anzutreten. Dass diese nicht vorhanden sind, stellt für uns für uns selbstredend keine Neuigkeit dar und es ist dann verwunderlich, wenn auch stets begrüßenswert, dass sich Verantwortliche nun zum Teil für unsere Aktion begeistern. Dass es im Ruhrgebiet und auch Bundesweit an unkommerziellen Freiräumen mangelt ist nun wahrlich keine Überraschung.
Wir vertrauen in der jetzigen Situation auf den DGB als Verhandlungspartner!
Wir fordern, dass die versprochenen Verhandlungen augenblicklich in Gang kommen und nicht erneut in der Bürokratie versanden! Wir denken, dass wir durch unsere Verhalten dafür beste Ausgangsbedingungen geschaffen haben. Wir werden ab jetzt täglich den Vorplatz des Gebäudes gestalterisch bearbeiten und laden am nächsten Mittwoch den 28.7. zum Fest vor dem Gebäude ein. Mit Aktionen vor dem Gebäude und in der Innenstadt werden wir den ganzen Tag über auf unser Anliegen hinweisen und laden ab 18h alle Unterstützer (ausdrücklich auch den DGB) ein mit uns auf die Wiedereröffnung unseres Kunsthauses hinzufeiern. Die Presse laden wir herzlich um 11h zur Pressekonferenz ein. Diese findet vor dem Gebäude (Schützenbahn 11) statt.
Selbst wenn vorerst nur eine Teilnutzung des Gebäudes möglich sein sollte und diese nur bis zum Verkauf des Gebäudes gelten sollte, wäre dies für uns ein Teilerfolg, der uns zwar nicht die Möglichkeit geben würde, wenigstens einen geringen Teil, der bei uns aus dem ganzen Ruhrgebiet anfragenden Künstler unterzubringen (die Warteliste ist nach 250 Einträgen vorerst geschlossen), aber zumindest die vitale, freie und kreativ-ästhetische Szene erst einmal sichtbar zu machen und die begonnene Arbeit fortzusetzen.
Wir würden uns sehr darüber freuen und halten uns alle Optionen offen.
Danke an alle die uns besucht, mit uns geredet und über uns berichtet haben.
Besonders freut uns auch die Unterstützung die wir von der "Recht auf Stadt" aus Hamburg erhalten haben. Den offenen Brief der Hamburger können Sie hier lesen.
impressum: j.hendricksen/sabinastr.13/45136 essen /verantwortlich: inhalte:ja, links:nein
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